Gefällt mir,
gefällt mir nicht,
gefällt mir,
gefällt mir nicht, …

Der Anspruch, Kunst möge einen berühren, woher kommt der eigentlich?
Allzu oft hört man in Museen und Galerien: „Dieses Bild berührt mich nicht.“ oder „Diese Art von Kunst spricht mich nicht an.“

Doch inwieweit ist denn Bereitschaft vorhanden, sich berühren zu lassen? Inwiefern ist der Betrachter/die Betrachterin bereit, sich einzulassen? Womöglich sogar selbst den ersten Satz zu sagen?

Sehen,
erkennen,
wirken lassen

Kunstbetrachtung ist wohl ebenso voreingenommen wie die Betrachtung von Menschen. Voller Vorurteile. 

„Gefällt mir nicht!“ „Ist hässlich!“, „Ist Mist“, „Ist leer“!

Am liebsten wäre manchen Ausstellungsbesucher*innen wohl ein „gefällt mir“-Button, für ein schnelles Durchklicken. Fortklicken. Rauskicken.

Diese Art Besucher*innen wäre wohl in einem Bordell besser aufgehoben: ich zahle und dafür möchte ich gefälligst berührt werden! Ich habe wenig Zeit, und ich will dir auch möglichst nicht in die Augen sehen – ich will, dass du ohne Umschweife zur Sache kommst!
(28.8.2018)

Vienna, September 2016