
»Dieses Jetzt, von dem du sprichst, existiert so gut wie gar nicht. Wir spüren es, aber es lässt sich nicht messen. Die Vergangenheit ist ständig dabei, die Gegenwart aufzufressen.« Ich strich ihm übers Haar und schwieg eine Weile. »Ich glaube deshalb habe ich Gemälde immer geliebt. Jemand bemalt irgendwann eine Leinwand, aber wenn er damit fertig ist, bleibt das Gemälde in der Gegenwart. Ergibt das für dich einen Sinn?« »Ja«, sagte Matthew. »Auf jeden Fall. Ich mag es, wenn Dinge ganz, ganz lange halten.« Er blickte zu mir auf. Dann atmete er tief ein. »Ich habe mich entschlossen, Dad. Ich will Künstler werden.«
aus Siri Hustvedt, Was ich liebte
Aggsbach Markt, Jänner 2016

































































