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“Die sonderbare Betroffenheit im Angesicht eines Tores ist mythische Ungewißheit des Neubeginns. Ganz ist seine Bedeutung als Abgrenzung beziehungsweise Übergang zwischen zwei Bereichen, Innen und Außen, Diesseits und Jenseits, nicht verschüttet, noch ahnen wir den hohen symbolischen Wert, den Portale, Türen und Tore hatten. (…) Türen führen aus dem Paradies und in den Himmel, jenes durch Evas urzeitlichen Sündenfall verschlossen, dieses von Maria wieder geöffnet. (…) Auch bei Ägyptern und Etruskern führen Türen ins Jenseits, nicht zu öffnende Scheintüren sind ihnen weniger todesallegorische Darstellung als realer Kultgegenstand. Die Seele des Verstorbenen schreitet durch sie hindurch in die innere Grabkammer. (…)

Und im nüchternen Rom entwickelte man den Typus des Triumphbogens, dessen ursprüngliche Bedeutung quasi eine Wiedergeburt, die Entsühnung der vom Krieg heimkehrenden, mit Schuld beladenen Feldherren und Soldaten gewesen sein soll. Diese Verselbständigung eines Architekturelements als freistehendes Tor deutet allein schon auf eine besondere Bedeutungsgeladenheit hin.”

Aus: Otto Hochreiter, “Im Zeichen des Janus”. Portale, Türen und Tore in der Architekturfotografie 1840 – 1980. Ariadne, Wien, 1986


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